Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Freiberg

Radreiseanalyse 2025: Wo steht Sachsen beim Radtourismus?

Die aktuelle Radreiseanalyse des ADFC zeigt: 39,3 Millionen Menschen in Deutschland fahren Rad, im Urlaub, auf Reisen oder in der Freizeit. Die E-Bike-Nutzung wächst, die Zielgruppen werden breiter und weniger sportlich.

Gleichzeitig gingen 2025 klassische Radreisen und Tagesausflüge zurück. Für den ADFC Sachsen ist klar: Jetzt braucht es entschlossenes politisches Handeln.

„Unsere Forderung ist eindeutig: Mehr Investitionen in die touristische Radinfrastruktur und eine klare Stärkung der Oberlausitz als Radregion. Wenn Sachsen jetzt die Mittel beim Radtourismus kürzt, wird riskiert, dass Sachsen im nationalen Wettbewerb um Radreisende abrutscht“, sagt Janine Häser, Referentin für Radtourismus beim ADFC Sachsen.

Das Potenzial ist groß: 75 Prozent der Menschen, die zuletzt keine Radreise unternommen haben, können sich dies grundsätzlich vorstellen oder sind früher bereits geradelt. Bundesweit gaben Radreisende und Tagesausflügler 2025 rund 40 Milliarden Euro in den Regionen aus, davon 12 Milliarden bei Tagesausflügen. In Sachsen generiert der Radtourismus schon heute 568,3 Millionen Euro jährlich.

„Radreisen sind Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und Gesundheitsförderung in einem. Dieses Potenzial darf der Freistaat Sachsen nicht verspielen“, so Häser weiter.

Erstmalig wurden Zahlen zur Ausrüstung erhoben. Für fast jeden dritten Befragten ist die Radreise der Anlass neue Ausrüstung zu kaufen. Neben Fahrradtaschen, gehören auch Kleidung, Fahrradteile sowie die Wartung des Drahtesels zur Vorbereitung der Radreise, wovon die sächsischen Fahrradwirtschaft profitiert.

Ein Leuchtturm in Sachsen ist der Elberadweg – Deutschlands meistbefahrener Radfernweg. Sein Erfolg ist das Ergebnis kontinuierlicher Vermarktung und schrittweiser Verbesserungen der Infrastruktur. Doch auch hier gibt es Defizite: unzureichende Anbindungen an Elbbrücken und Lücken im Verlauf, etwa in der Dresdner Innenstadt unterhalb der historischen Skyline, machen Radreisenden die Tour madig.

Deutlich wird der Nachholbedarf am Oder-Neiße-Radweg, der immerhin Platz 15 erreicht. „Ohne zentrale Koordinierung, gezielte Vermarktung und eine ausreichende Anzahl an fahrradfreundlichen Unterkünften bleibt vorhandenes Potenzial liegen“, analysiert Häser die Situation an der Neiße.

Die Oberlausitz will sich als Radreiseregion neu positionieren. Der ADFC begrüßt die gestarteten Aktivitäten von Kommunen, Landkreisen und Tourismusakteuren. „Nun ist es entscheidend, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen für sichere, durchgängige und komfortable touristische Radrouten“, betont Häser. "Neben sicheren Radwegen für die ganze Familie, ist auch die Qualität der Unterkünfte in der Region entscheidend. Das Siegel Bett+Bike zeigt Radgästen, welche Herberge Radfahrende willkommen heißt."
Der Appell richtet sich klar an die Politik. ADFC-Geschäftsführer Krause ergänzt: „Der Sächsische Landtag muss im kommenden Haushalt deutlich mehr Mittel für den Ausbau der Radinfrastruktur einstellen. Weitere Kürzungen beim Radwegebau wären der sichere Weg, den Radtourismus - entgegen der Zielsetzung des Tourismusministeriums - in Sachsen abzuwürgen. Wer an Radwegen spart, spart an Wertschöpfung und Lebensqualität.“

Sachsen verfüge mit seiner abwechslungs- und kulturreichen Landschaft über beste Voraussetzungen, auch Gäste aus Polen und Tschechien anzuziehen. Jetzt komme es darauf an, die richtigen Prioritäten zu setzen: „Investieren statt kürzen – nur so bleibt Sachsen ein attraktives Radreiseland.“ so Krause abschließend.


https://freiberg.adfc.de/pressemitteilung/radreiseanalyse-2025-wo-steht-sachsen-beim-radtourismus

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